Die Schweiz verstärkt 2027 ihren Einsatz zugunsten der friedensfördernden Mission in Bosnien und Herzegowina
Bern, 18.02.2026 — An seiner Sitzung vom 18. Februar 2026 verabschiedete der Bundesrat die Botschaft zuhanden des Parlaments, die eine zeitlich befristete Verstärkung des Beitrags der Schweiz im Jahr 2027 um 12 bewaffnete Armeeangehörige zugunsten der multinationalen European Union Force in Bosnien und Herzegowina (EUFOR ALTHEA) vorsieht. Die 12 zusätzlichen Armeeangehörigen werden in den Bereichen Transport und Stabsarbeit eingesetzt. Vor dem Hintergrund der politischen Krisen im Land spielt die Mission EUFOR ALTHEA eine wesentliche Rolle für die Stabilisierung. Der Schweiz würde ihr Beitrag ermöglichen, die Europäische Union bei deren Stabilisierungsbemühungen in einer für die Schweiz wichtigen Region zu unterstützen. Der bewaffnete Einsatz muss nun vom Parlament genehmigt werden.
Seit November 2004 beteiligt sich die Schweizer Armee mit einem Kontingent von 20 bewaffneten Armeeangehörigen an der internationalen friedensfördernden Mission der Europäischen Union (EU) in Bosnien und Herzegowina (EUFOR ALTHEA). Der Einsatz im Rahmen von EUFOR ALTHEA erfolgt auf Grundlage der Resolution 1575, die im November 2004 vom UNO-Sicherheitsrat angenommen wurde. Er wurde mittels nachfolgender Resolutionen um jeweils 12 Monate verlängert, zuletzt mit der Resolution 2795 vom 31. Oktober 2025. Das Parlament hatte den Einsatz im Dezember 2004 genehmigt. Es sei festgehalten, dass die Neutralität keine Anwendung auf die vom UNO-Sicherheitsrat getroffenen Massnahmen findet.
Stabilisierungsrolle von EUFOR ALTHEA
Die Sicherheitslage in Bosnien und Herzegowina wird insgesamt als stabil angesehen, bleibt aber fragil. Wiederkehrende ethnische Spannungen können rasch zunehmen. Seit mehreren Jahren durchlebt das Land eine Reihe politischer Krisen. Vor diesem Hintergrund musste die EU die Mission, die im Land weiterhin eine stabilisierende und abschreckende Wirkung hat, zeitweilig verstärken.
Es ist vorgesehen, dass Österreich 2027 den Posten des Befehlshabers der Mission EUFOR ALTHEA übernimmt. Aufgrund der Funktionsübernahme entsendet Österreich zusätzlich zu den 200 bereits für die Mission im Einsatz stehenden Armeeangehörigen ein Unterstützungskontingent von über Hundert Armeeangehörigen. Die Schweiz, die in der Region bereits im Einsatz ist, wurde angefragt, sich am Unterstützungskontingent zu beteiligen.
Interessen der Schweiz auf sicherheitspolitischer Ebene
Die Schweiz kommt dieser Anfrage mit dem Einsatz eines Detachements von 12 Armeeangehörigen nach, das eine Transportgruppe bestehend aus 10 Armeeangehörigen sowie 2 Stabsoffiziere umfasst. Der zusätzliche Einsatz ist auf das Jahr 2027 begrenzt, das heisst auf den Zeitraum, in dem Österreich die Funktion des Befehlshabers der Mission inne hat. Die zeitweilige Verstärkung des aktuellen Einsatzes liegt im strategischen Interesse der Schweiz. Die Erfahrungen im Rahmen anderer Missionen, insbesondere bei der KFOR in Kosovo, haben gezeigt, dass selbst eine bescheidene zusätzliche Unterstützung zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der Schweiz beiträgt. Die Entsendung zusätzlicher Armeeangehöriger geht häufig mit der Ausübung neuer Stabsfunktionen und Kommandopositionen oder dem Zugang zu neuen Ausbildungsangeboten einher. Letztlich lässt sich mit solchen Erfahrungen die Einsatzerfahrung der Schweizer Armee ausbauen.
Ein solcher Einsatz entspricht den aussen- und sicherheitspolitischen Zielen der Schweiz: Die Schweiz hat ein direktes Interesse am Frieden, an der Stabilität und am Wohlstand von Bosnien und Herzegowina sowie des Westbalkans, die Teil ihres strategischen Umfelds sind. Zudem hat sie ein Interesse daran, ihre europäischen Partner bei den Bemühungen in dieser Region zu unterstützen und die bestehenden Partnerschaften zu stärken.
Gemäss Militärgesetz muss der zusätzliche Einsatz nun vom Parlament genehmigt werden. Das vorgesehene Budget für den Einsatz von 12 bewaffneten Armeeangehörigen im Jahr 2027 beläuft sich auf 2,31 Millionen Franken (insgesamt 8,2 Millionen Franken mit den 20 Armeeangehörigen, die seit 2004 im Einsatz sind). Die Kosten für den Einsatz werden durch das Budget des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) gedeckt.
Bundesbeschluss über den zusätzlichen Einsatz der Schweiz zugunsten der multinationalen European Union Force (EUFOR ALTHEA) in Bosnien und Herzegowina im Jahr 2027
Botschaft zum zusätzlichen Einsatz der Schweiz zugunsten der multinationalen European Union Force(EUFOR ALTHEA) in Bosnien und Herzegowina im Jahr 2027
